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Freudenberger 4Fachwerk-Foto-Kalender 2019 ist da

Verein sucht weitere alte Aufnahmen

Ein Kalender begleitet uns durch den Lauf des Jahres. Er lässt den Ablauf der Zeit nachvollziehen und dokumentiert so fortlaufende Veränderung. Auch Orte wechseln Laufe der Zeit ihr Gesicht.

Beispiele dafür liefert erneut der 4Fachwerk-Bildkalender, der jetzt für das Jahr 2019 zur Verfügung steht. Großformatigen historischen Aufnahmen aus dem alten Freudenberg werden zeitgenössische Fotos gegenübergestellt. Gezeigt werden Orte und Plätze, die sich „Zug der Zeit“ verwandelt haben. Das weckt Erinnerungen und ermöglicht den Vergleich zum Aussehen in unseren Tagen.

„Mit dem Kauf eines Kalenders holt man sich ein Stück Geschichte ins Haus oder bereitet mit ihm als Geschenk Freude. Zugleich wird etwas Gutes getan, denn er fördert zugleich das ehrenamtlich geführte 4Fachwerk-Mittendrin-Museum,“ erklärt Vorsitzender Dieter Siebel.

Der Bildkalender ist ab sofort für 15 Euro im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum selbst (Mittelstraße 4-6), bei der Buchhandlung Flender (Färberstraße 16), Geschenkartikel „Filousophie“ (Bahnhofstraße 20), in der Holzwirtschaft (Marktstraße 15) und bei der Tourist-Information (KulTourBackes, Kölner Str. 1 am Marktplatz) erhältlich.

Die 4Fachwerker würden sich sehr freuen, wenn ihre Fotosammlung weiter wachsen könnte. Deshalb formulieren sie die Bitte, ihnen alte Fotos aus Freudenberg zur Verfügung zu stellen. Diese werden eingescannt und kommen wohlbehalten zurück.

Ansprechpartner für den Arbeitskreis Stadt- und Baugeschichte des Museums sind Bernd Brandemann (02734/3104) und Christian Berner (02734/4239426).

VOLKSLIEDER-MITSINGKONZERT

Donnerstag, 8. November 2018, 19:00 Uhr

 
Die beiden Sopranistinnen Irene Carpentier und Manuela Meyer laden Menschen, die gerne singen ein, um mit ihnen gemeinsam zu musizieren. Zu Beginn des Abends stellen sich die Sängerinnen mit Liedbeiträgen von Felix Mendelssohn Bartholdy vor. Anschließend führen sie die Gäste durch einen entspannten musikalischen Abend mit gemeinsamem Singen von traditionellen deutschen Volksliedern und Kanons mal einstimmig, mal mehrstimmig. Alle können mitmachen, Texthefte werden bereitgestellt.

Die belgische Sopranistin IRENE CARPENTIER lebt seit 2016 in Freudenberg. Sie ist eine viel gefragte Konzert – und Oratoriums- sängerin. Ihre große Leidenschaft gilt geistlichen Repertoires, aber auch Lieder – und Opernrepertoires. Sie erteilt Gesangsunterricht und singt selbst im WDR-Chor in Köln. Irene Carpentier studierte am Königlichen Konservatorium in Antwerpen, im Opernstudio Flandern Gent, sowie an der Hochschule für Künste Tilburg (NL)

DieSopranistin MANUELAMEYER studierte Gesangspädagogikander Folkwang Hochschule Essen und zusätzlich Gesang mit Schwerpunkt Oper. Nach ihrem Diplom 2002 als Gesangspädagogin im Unterrichts- und Stimmbildungsbereich setzte sie ihr Studium im Fach Gesang an der Hochschule für Musik Köln fort. Über 5 Jahre war sie festes Mitglied im Opernchor der Oper Dortmund. Sie wirkte bei zahlreichen Konzerten im In – und Ausland mit und war Stipendiatin des Richard-Wagner Verbands. Beruflich arbeitet sie als Musiklehrerin und als Dozentin für Gesang an der Uni Köln.
 
Schon bei der letzten Ausstellungseröffnung hatten die beiden Sängerinnen ein begeistertes Publikum im 4Fachwerk-Museum gefunden.
Der Eintritt beträgt 5 Euro.

SONDERFÜHRUNGEN DURCH MARTIN-SCHULZ-AUSSTELLUNG

Gegenwärtig zeigt das 4Fachwerk-Mittendrin-Museum in seinem Kunstforum eine Werkschau über den Siegerländer Künstler Martin Schulz (1894 – 1968). Sehr intensiv mit dem Maler hat sich die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Ingrid Leopold, beschäftigt. Ihr Wissen über das Leben und Wirken von Martin Schulz wird sie bei drei Sonderführungen gerne weitergeben.
 
Diese finden statt an den beiden Samstagen 3. und 17. November 2018, jeweils um 15:30 Uhr, und zur Finissage am Sonntag, 25. November 2018, 15:00 Uhr.
 
Der Eintritt beträgt 3 Euro.

5. Lechtstonn im Museum

5. Lechtstonn im Museum

Mittwoch, 14. November 2018, 17:30 Uhr, mit Dieter Siebel und Bodo Hoffmann
 
Die „Lechtstonn“ war im Flecken die Zeit der Abenddämmerung. Diese Stunde nach getaner Arbeit wurde gerne genutzt, sich zu treffen, um sich über die Neuigkeiten des Tages auszutauschen oder einfach Geschichten zu erzählen. Bei der nächsten Ausgabe steht die Nachkriegszeit im Mittelpunkt, die durch Hunger gekennzeichnet war, bei der aber trotzdem ein gewisser Humor nicht verloren ging.
Es geht um Erinnerungen an die Nachkriegsjahre, an „Hamstern“, Mithilfe bei der Ernte, Waldbeeren suchen oder Bucheckern sammeln. Jene Zeit bedeute für die Jüngsten auch Abenteuer in Flecker Gärten und Baumhöfen.
Trotz der Not erlebten die Kinder aus ihrer Sicht eine wunderbare Zeit. War auch das Essen knapp, irgendwie kamen Spiel und Spaß nicht zu kurz.

In der „Lechtstonn“ werden Mitmenschen angesprochen, die damals Erziehungsaufgaben wahrzunehmen hatten. So fragen Dieter Siebel und Bodo Hoffmann: „Wer kennt noch Frau Heine oder „den Motz“, oder den  „Stinks Molly“?  In jener Zeit spielte die „Jägerei“ eine nicht zu unterschätzende Rolle, „Haas Knoten“ und „Haaks Henner“ sind Namen, die dazu einfallen und mit denen sich viele Anekdoten verbinden.

Das Museum lädt alle herzlich ein zum Hören und Mitmachen und freut sich auf zahlreichen Besuch im 4FACHWERK Museum. Der Eintritt beträgt 3 Euro.

Kunst und Kultur im Bergbau

KUNST UND KULTUR IM BERGBAU:
„dass es eben schön sei…“

AUSSTELLUNG VOM 1.12.2018 BIS ZUM 14.1.2019
VERNISSAGE AM 30.11.2018 UM 19 UHR

RUNDGANG MIT GOTTFRIED THEIS: 1.12.2018 UM 14.30 UHR

Das Jahr 2018 wird für den Bergbau im Ruhrgebiet den Schlusspunkt bilden. Für die einstige deutsche Schlüsselbranche ist dann endgültig „Schicht im Schacht“, die letzten Kumpels werden „unter Tage“ gewesen sein. Das Zeitalter der Kohle hat Industriegeschichte geschrieben, aber nicht nur dass: „Unabdingbar war eine Kultur der Hilfsbereitschaft, des Miteinanders und der gegenseitigen Toleranz in dieser Ära schwerster und gefährlicher Arbeit. Und diese Kultur hat auch in ganz besonderen Kunstformen ihren Ausdruck gefunden,“ erläutert Gottfried Theis.
„Kaum eine andere Berufsgruppe hat eine vergleichbar reiche kulturelle Tradition aufzuweisen, wie die Bergleute. Die Ursachen dazu liegen in der Haltung der Knappen zu ihrem Beruf. Sie waren sich bewusst, eine Tätigkeit auszuüben, die hohes Können erforderte und den Einsatz des ganzen Menschen, sogar des Lebens forderte,“ führt der Bergwerkskenner und Pädagoge weiter aus.

Für das Freudenberger 4Fachwerk-Museum kurartiert er nun eine Ausstellung zur Bergbaukultur, die ab dem 1. Dezember 2018 dort zu sehen sein wird.  Die tiefe Verwurzelung der Knappen zu ihrem Beruf hätten zu ganz spezifischen Sitten und Bräuche in ihrem Arbeits- und Lebensumfeld geführt. Bergbaukultur zeige sich in gemeinsamem Liedgut, Musik, Tanz, Literatur, ebenso in der vom Bergbau geprägten gegenständlichen Kunst. Theis: „Und diese Ausdrucksformen werden weiter bestehen und uns an die Epoche sowie die besondere Gesinnung und das Bewusstsein der Menschen im Bergbau erinnern.“

Freudenberg selbst war keine typische Bergbaustadt. Zwar gab es hier eine Zeche, auch in den Nachbarorten Niederndorf, Oberfischbach, Mausbach oder Hohenhain, sie standen aber in keinem Vergleich zu den das Siegerland prägenden Gruben in Müsen, Siegen, Gosenbach, Eiserfeld oder Neunkirchen. Jedoch: Freudenberg bietet mit seinem ehemaligen Stadtmuseum einen würdigen und besonderen Rahmen, um all die Exponate zu präsentieren, die Gottfried Theis für diese Ausstellung zusammengetragen hat. Er lebt in Freudenberg, die facettenreiche Geschichte des Bergbaues, seiner Kunst und seiner Technik bewegt ihn schon lange und hat ihn zum ambitionierten Sammler und Experten entwickeln lassen. Zahlreiche bemerkenswerte Ausstellungen zu Bergbau-Themen sind unter seiner Regie entstanden.

Gottfried Theis fühlt sich durch Goethes „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ angesprochen.  Mit der Gestalt des Montanus (Montanprofessor Abraham Gottlob Werner) nimmt Goethes Spätwerk mancherlei Bezug zum Bergbau. Ein Zitat: „dass es eben schön sei, wie Kunst und Technik sich immer gleichsam die Waage halten und so nahe verwandt immer eine zu der andern sich hinneigt“ sieht Theis als ein Leitwort für die lebendige Tradition der bergmännischen Kunst. „Deshalb habe ich dieses Zitat als Titel dieser Ausstellung ausgewählt: „dass es eben schön sei“ Kunst und Kultur im Bergbau“.

Was zeigt die Ausstellung, ‚dass es eben schön sei‘?  Traditionelles und Spezifisches aus der bergmännischen Alltags- und Festkultur das sich erhalten hat. Aus fünf Jahrhunderten werden hier Kunstobjekte
verschiedener Epochen, Genres und Stile sowie Gebrauchsgegenstände aus der bergmännischen Lebenswelt gezeigt. Sakrales und Profanes wechseln sich dabei ab.

Mehrere Jahre Vorarbeit bedeutete diese Ausstellung über Kunst und Kultur im Bergbau aus vier Jahrhunderten, die  vom 1. Dezember 2018 bis zum 14. Januar 2019 in Freudenberg zu sehen sein wird.
 Sonderführungen sind auf Anfrage möglich.
Gottfried Theis selbst wird bei der Vernissage am 30. November 2018, 19:00 Uhr, sprechen und am 1. Dezember 2018 ab 14:30 Uhr durch seine Präsentation führen, Erläuterungen geben sowie gerne Fragen beantworten.

 

Klezmer-Konzert – ein musikalisch-bewegendes Konzert

Am Schluss erklatschen sich die vielen Konzertbesucher zwei Zugaben. Das siebenköpfige Klezmer-Chai-Ensemble hatte zuvor einen begeisternden Einblick in die facettenreiche traditionelle jüdische Musik gegeben, die sich immer wieder weiterentwickelte.  Die Profi-Musikerinnen und Musiker absolvierten gekonnt alle Darbietungen ohne Noten: „Das gibt uns eine unendliche Freiheit,“ erläuterte Birgit Heydel, die gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester, Prof. Marion Heydel, den Violinen-Part übernimmt. Mit ihnen musizierten Silke Wiesmann und Petra Hartmann (Klarinette), Markus Grau und Claus Schmidt (Gitarre) sowie Andreas Kneip (Kontrabass).

Klezmer-Musik ist von Emotionen geprägt: Fröhliche Melodien beinhalten melancholischen Momente, traurige Klänge durchaus zuversichtliche Weisen. Die ganze Bandbreite menschlicher Stimmungen gaben die Arrangements wider: überschäumende Fröhlichkeit bis hin zum stillen Wiegenlied, im Ghetto angesichts von Not und Schrecken komponiert.

Die evangelische Kirche erwies sich wieder einmal als hervorragender Klangraum, in dem großartige Virtuosität der Musiker voll zur Geltung kommen konnte, sowohl die kraftvollen wie die schlichten, anrührenden Parts. Hier hatte zunächst Dr. Ingrid Leopold, die Vize-Vorsitzende des 4Fachwerk-Museumsvereins, die Gäste begrüßt und den Zusammenhang mit der gegenwärtigen Ausstellung „Der Maler und die Ärztin“ erläutert. Die Ehefrau des aus dem Siegerland stammenden Künstlers Carl Jung-Dörfler (1879-1927) war eine der ersten Frauen in Deutschland, die Medizin studieren konnte. Die jüdische Ärztin Hedwig Danielewicz, 1880 in Berlin geboren, wurde zunehmend  Opfer der Rassendiskriminierung, 1941 nach Minsk deportiert und ist hier im Ghetto umgekommen.

Ingrid Leopold dankte am Schluss den Musikern für den ganz besonderen Hörgenuss, ebenso Pastor Thomas Ijewski dafür, dass das Konzert in der Kirche stattfinden konnte. Lang anhaltender Beifall belobte die Musiker mit ihren Instrumental- und Gesangdarbietungen, wozu sich die Besucher von ihren Plätzen erhoben hatten, um ihre große Hochachtung für die Leistung des Ensembles auszudrücken.

Die Ausstellung im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum ist dort noch bis zum 14. Januar zu sehen.