Alle Beiträge von Christian Berner

Klezmer-Konzert – ein musikalisch-bewegendes Konzert

Am Schluss erklatschen sich die vielen Konzertbesucher zwei Zugaben. Das siebenköpfige Klezmer-Chai-Ensemble hatte zuvor einen begeisternden Einblick in die facettenreiche traditionelle jüdische Musik gegeben, die sich immer wieder weiterentwickelte.  Die Profi-Musikerinnen und Musiker absolvierten gekonnt alle Darbietungen ohne Noten: „Das gibt uns eine unendliche Freiheit,“ erläuterte Birgit Heydel, die gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester, Prof. Marion Heydel, den Violinen-Part übernimmt. Mit ihnen musizierten Silke Wiesmann und Petra Hartmann (Klarinette), Markus Grau und Claus Schmidt (Gitarre) sowie Andreas Kneip (Kontrabass).

Klezmer-Musik ist von Emotionen geprägt: Fröhliche Melodien beinhalten melancholischen Momente, traurige Klänge durchaus zuversichtliche Weisen. Die ganze Bandbreite menschlicher Stimmungen gaben die Arrangements wider: überschäumende Fröhlichkeit bis hin zum stillen Wiegenlied, im Ghetto angesichts von Not und Schrecken komponiert.

Die evangelische Kirche erwies sich wieder einmal als hervorragender Klangraum, in dem großartige Virtuosität der Musiker voll zur Geltung kommen konnte, sowohl die kraftvollen wie die schlichten, anrührenden Parts. Hier hatte zunächst Dr. Ingrid Leopold, die Vize-Vorsitzende des 4Fachwerk-Museumsvereins, die Gäste begrüßt und den Zusammenhang mit der gegenwärtigen Ausstellung „Der Maler und die Ärztin“ erläutert. Die Ehefrau des aus dem Siegerland stammenden Künstlers Carl Jung-Dörfler (1879-1927) war eine der ersten Frauen in Deutschland, die Medizin studieren konnte. Die jüdische Ärztin Hedwig Danielewicz, 1880 in Berlin geboren, wurde zunehmend  Opfer der Rassendiskriminierung, 1941 nach Minsk deportiert und ist hier im Ghetto umgekommen.

Ingrid Leopold dankte am Schluss den Musikern für den ganz besonderen Hörgenuss, ebenso Pastor Thomas Ijewski dafür, dass das Konzert in der Kirche stattfinden konnte. Lang anhaltender Beifall belobte die Musiker mit ihren Instrumental- und Gesangdarbietungen, wozu sich die Besucher von ihren Plätzen erhoben hatten, um ihre große Hochachtung für die Leistung des Ensembles auszudrücken.

Die Ausstellung im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum ist dort noch bis zum 14. Januar zu sehen.  

LECKER(ER) FLECKER ADVENTSKALENDER

Advent ist die Zeit der Vorfreude: Weihnachten wird erwartet. Eine weitere Vorfreude zeigt sich bei Vielen darin, morgens ein Türchen ihres Adventskalenders öffnen zu können, um damit die Tage bis zum 24. Dezember zu zählen. Ein kleines, liebgewonnenes Ritual im Dezember.

Der Museumsverein 4Fachwerk Freudenberg bietet in diesem Jahr einen besonderen Adventskalender an. Er zeigt als Motiv den leicht verschneiten, vorweihnachtlichen Alten Flecken. Gefüllt sind die Fächer hinter den 24 Türchen mit leckerer Schokolade.

Eine ideale kleine Aufmerksamkeit, um sich wie Verwandten und Bekannten im nahen und fernen Umkreis eine Freude zu bereiten: Advent in Freudenberg. Der Kalender ist für 7,50 Euro im Museum erhältlich. Ein kleiner Überschuss unterstützt den Verein beim ehrenamtlichen Erhalt des Museums im Alten Flecken.

Der Kalender wird zu unseren Öffnungszeiten verkauft: Mi, Sa, und So. 14.00 bis 17.00 Uhr.

Sonderführung Artverwandt

SONDERFÜHRUNG DURCH DIE
AUSSTELLUNG „ARTVERWANDT“
Termin: Samstag, 21. Oktober 2017, 16:00 Uhr

Vera Becker, eine der beiden Künstlerinnen, deren Werke gerade im 4Fachwerk-Mittendrin präsentiert werden, wird am kommenden Samstag persönlich durch ihre Ausstellung führen.
Hierzu lädt der Museumsverein für den 21. Oktober 2017, um 16:00 Uhr in das Museum im Alten Flecken.

Die Kreuztalerin, die mit einer ganz besonderen Maltechnik arbeitet, wird erläutern, wie ihre Kunstwerke entstehen und welche Ideen sie mit ihren Farb- und Formkompositionen verbindet.
Ihre Tochter Melanie Becker-Hoffmann arbeitet in der Grundstruktur verwandt, sucht mit Fäden in ganz unterschiedlicher Weise ihren Objekten eine zusätzliche Dimension in der Gestaltwirkung zu geben.

Vera Becker freut sich auf den Dialog. Der Eintritt beträgt 3 Euro.

Lechtstonn mit Dieter Siebel und Bodo Hoffmann am 8. November 2017

Eine „Lechtstonn“ mit Dieter Siebel und Bodo Hoffmann
Wieder Erzählabend über „dit on dat“ im 4Fachwerk-Museum

Die geruhsame Zeit in der Abenddämmerung fand im Flecken die Bezeichnung „Lechtstonn“. Diese gab die Gelegenheit, weil es nicht mehr hell genug für die Arbeit war, sich in der Nachbarschaft oder Familie zu treffen, sich über die Neuigkeiten des Tages auszutauschen oder einfach Geschichten zu erzählen.

Die Tradition der „Lechtstonn“ greift jetzt das 4Fachwerk-Museumverein zum dritten Male auf und lädt erneut zu einem munteren Gesprächsabend ein.
Dieser wird am Mittwoch, den 8. November 2017, um 17:30 Uhr im Museum, Mittelstraße 4-6, stattfinden.
Dieter Siebel geht es dabei um „dit on dat“, um kleine Geschichten und Begebenheiten, an die er sich selbst aus Kinderzeiten erinnert oder die er aus der Überlieferung kennt. Unterstützt wird er diesmal dabei von Bodo Hoffmann, der vor einigen Jahren die von ihm gesammelten Flecker Anekdoten in einem kleinen Buch zusammenstellte: Seje moal ahn!

Wer sich also „alte Geschichten“ anhören möchte oder auch selbst noch interessante oder typische Geschehnisse aus Freudenberg und seinem Umland berichten kann, ist zu diesem Abend sehr herzlich eingeladen.

Der Einritt beträgt 3 Euro, die Ausstellungen im Museum können dabei besichtigt werden.

 

Sonderführung durch Ausstellung „Gewebte Bilder“, praktisches „Weben“ sehen

Am Sonntag, 17. September 2017, 15:00 Uhr, wird die Textilkünstlerin Margret Georg im Freudenberger 4Fchwerk-Museum ganz praktisch zeigen, wie „Weben“ funktioniert und eine Sonderführung durch ihre aktuelle Ausstellung „Gewebte Bilder“ anbieten.

Dazu lädt der Trägerverein des ehrenamtlich geführten Museums sehr herzlich ein. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Die Ausstellung ist ansonsten noch bis zum 1. Oktober 2017 zu sehen.

Die Kunst des Webens zählt zu den ältesten handwerklichen Tätigkeiten, und die entstehenden Werke haben auch im Web-Zeitalter ihren Reiz. Dr. Ingrid Leopold hatte bei der Ausstellungseröffnung auch auf die Symbolik des frühen Webens hingewiesen: „Da wird im Hinblick auf den Lebensablauf ein Gedankenfaden gesponnen und sinnreich zu einem Schicksalsteppich verwebt“. Kunstvolle Bildwirkereien wurden als Einzelwerke, als Bildfolgen und als Behänge gefertigt. Sie hatten neben schmückenden auch praktische Aufgaben zu erfüllen, so z. B. im Hinblick auf die Temperatur und die Akustik in
geschlossenen großen Räumen. In Europa blühte das Weberhandwerk als Industriezweig ab dem 14. Jahrhundert auf. Seit sich das Handwerk formierte, fand eine Spezialisierung der Weber nach Fachgebieten statt, unterschieden wurden Tuchmacher, Seiden- oder Leinenweber.

Schon die Urgroßeltern von Margret Georg besaßen einen Webstuhl: „Vielleicht bin ich dadurch erblich vorleblastet“, vermutet die Künstlerin. Seit jetzt 40 Jahren beschäftigt sie sich mit der Bildweberei.

Außergewöhnlicher Besuch im 4Fachwerk Museum

Außergewöhnliche Besucher waren heute im 4Fachwerk-Museum zu Gast: Die brasilianische Pianistin Patricia Vanzella hatte sich auf die Spuren ihrer Vorfahren begeben – und der war Johann Peter Stahlschmidt (1751-1833). Der berühmte Uhrmachermeister legte einst den Grundstein für die Freudenberger Uhrmacher-Tradition. Seine Werkstatt befand sich in der Oranienstraße 31, kurz entfernt vom Museum, in dem eine ganze Reihe seiner Uhren zu sehen sind.

Patricias Freudenberger Vorfahren sind Anton Stahlschmidt und dessen Sohn Johann Georg aus Antons erster Ehe, gefolgt von Johann Georgs Sohn, dem Prediger/Inspektor Tillmann Stahlschmidt.
Der Uhrenhistoriker Ian D. Fowler konnte vielen Fragen zu dem Vorfahren Johan Peter Stahlschmidt und zur Technik seiner Meisterwerke bewundern. Ein Team des WDR begleitete die mit ihrer Mutter von weit angereiste Besucherin für einen Bericht in der WDR-Lokalzeit. Patricia Vanzella zeigte sich überwältigt und außerordentlich dankbar, so hautnah ein Stück ihrer Familiengeschichte erfahren zu können.

Der Beitrag wurde am 31. August in der Lokalzeit gesendet und kann in der Mediathek des WDRs abgerufen werden.