Alle Beiträge von Michael Müller

Gelungener Start für URIWAGO-Kunstwege

Sie alle haben Freude an der künstlerisch-schöpferischen Arbeit. Schon der Name der Künstlergruppe präsentiert sich als Wortschöpfung: URIWAGO. Aber das Rätsel ist schnell gelöst. Sie verbanden einfach die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen. So konnte 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel wieder einmal „vor vollem Haus“ Ulrich Kowalewski, Rita Thieltges, Ingrid Rafto, Waltraud Kowalewski, Anne Schlabach und Gertrud Böhmer zur Ausstellungseröffnung begrüßen.

Ulrich Kowalewski gelingt es schnell, die vielen Gäste mit einer humorvollen wie tiefgründigen Einführung in seinen Bann zu ziehen. Alle URIWAGO-Künstler verbindet eine professionelle Ausbildung, sie trafen sich bei einem Projekt mit Jugendlichen und sie haben große Freude am gemeinsamen Schaffen. Ihre Herangehensweise, das Material mit dem sie sich beschäftigen, oder die Art, wie sie ihr künstlerisches Empfinden zum Ausdruck bringen, ist hingegen ganz individuell geblieben. Deshalb lautet der Titel ihrer Gemeinschaftsausstellung „Kunstwege“, ausdrücklich als „Mehrzahl“ gemeint, den sie trotzdem gemeinsam beschreiten. Und: Kunst hält jung! Diesen Eindruck vermittelte der Kunstpädagoge Ulrich Kowalewski, Jahrgang 1932, auf jeden Fall. Mit Witz und Selbstironie war seine Philosophie von Gummibärchen und Lakritzschnecken gewürzt: „Hier kommt Zucker an die Wand und nicht an die Hüfte!“ In gereimter Form oder als Mini-Kurzgeschichte präsentiert er Befindlichkeiten und Abenteuer der Fruchtgummi-Gestalten, „eatart“ oder „sweetart“ nennt er seine Kunstgattung.

Mit eigenen Beiträgen, aber auch mit improvisiert-gefühlvollen Sequenzen als Begleitmusik der Einführung, zeigte Andree Thieltges mit seiner Gitarre ein großartiges Können. Lange nahmen sich die Gäste der Vernissage im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum die Zeit, eingehend die ganz unterschiedlichen Kunstwerke zu betrachten und mit den Kunstschaffenden ins Gespräch zu kommen. Hierzu lädt die Atmosphäre in dem Fachwerkhaus im Alten Flecken besonders ein.

Die Ausstellung KUNSTWEGE ist noch bis zum 11. März 2018 zu sehen. Das ehrenamtlich geführte Museum ist Mittwochs, Samstag uns Sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro.

Ulrich Kowalewski:

„Die Verwandte unserer Lakritzschnecke ist die Weinbergschnecke (helix pomatia L.). Sie teilt mit der Lakritzschnecke das gleiche Schicksal: Sie wird gegessen. Allerdings hat sie gegenüber der Lakritzschnecke einen Vorteil. Sie lebt in ihrem eigenen Haus. Wohingegen die Lakritzschnecke zuhauf in einer engen Tüte kampieren muss.
Wenn beide ihre Behausung verlassen, ist es mit ihnen vorbei.“

KUNSTWEGE

Die Künstlergruppe URIWAGO stellt aus

Der Name ist eine Wortschöpfung, zusammengestellt aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen. Hinter URIWAGO verbergen sich fünf Siegerländer Künstlerinnen und ein Künstler: Ulrich Kowalewski, Rita Thieltges, Ingrid Rafto, Waltraud Kowalewski, Anna Schlabach und Gertrud Böhmer. Gemeinsam bereiten sie dieser Tage ihre Ausstellung im Freudenberger 4Fachwerk-Mittendrin-Museum vor. Mit ihrer künstlerischen Arbeit gehen sie zusammen einen Weg, doch die Herangehensweise zu ihren Projekte ist sehr unterschiedlich. Die pädagogische Arbeit mit Kindern führte die Kunstschaffenden mit unterschiedlicher Aus- und Weiterbildung oder Studium zusammen.  Sie finden, dass der Austausch sie untereinander bereichert, die Fantasie anregt und Kreativität steigert.

Was sie gerade für die Präsentation in der Freudenberger Altstadt vorbereiten, dokumentiert eine beeindruckende Vielfalt, die die Freude am künstlerischen Schaffen sofort spüren lässt. Waltraud Kowalewski zeigt beispielsweise filigrane Klöppelarbeiten, die Bilder von Anne Schlabach drücken angesichts kräftiger Farbgebung und Handschrift Direktheit und Intensität aus, Rita Thieltges empfindet ihre Malerei und den Umgang mit Farben als eine Art Kommunikation mit der Natur. Neben Öl- und Acrylbildern werde Aquarelle, Grafiken und Bildhauer-Arbeiten gezeigt.

Nicht zu einer traditionellen Kunstgattung gehören die Werke von Ulrich Kowaleswki, der zum Beispiel Gummibärchen aus der Tüte befreit, sie als Gestaltungsmittel für seine Kompositionen verwendet und die so im Bilderrahmen eine neues Zuhause finden. „Haribo macht den Künstler froh“ und lässt so auch ein Fruchtgummi-Werk „Siegen zu neuen Ufern“ entstehen. „Eat-Art“ nennt er seine „süße Kunst“.

Bis zum Freitag Abend (19. Januar 2018) wird die Ausstellung fertig aufgebaut sein. Dann lädt um 19:00 Uhr der Museumsverein zur Eröffnung ein; musikalisch begleitet wird die Vernissage durch Andree Thieltges mit seiner Gitarre. Die sehr abwechslungsreich gestaltete Präsentation wird bis zum 11. März 2018 zu sehen sein. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet, Sonderführungen sind nach Absprache möglich.

Konzert zur Ausstellung: Klezmer-Musik

als emotionale Botschaft für ein friedliches Miteinander

Im Rahmen der Ausstellung „Der Maler und die Ärztin“ gastiert am Freitag, den 5. Januar 2018, um 19:00 Uhr das KLEZMER CHAI – Ensemble für ein Konzert in der Evangelischen Kirche an der Krottorferstraße.

Klezmer-Musik, heute ein Segment der Welt-Musik, hat ihre Wurzeln in den musikalischen Traditionen der Juden im deutschen Mittelalter und gelangte mit den Fluchtbewegungen nach Osteuropa, wo sie sich als instrumentale Hochzeits- und Festmusik zu einer eigenständigen Form entwickelte.

Klezmer-Musik sei durch ihre charakteristischen an die menschliche Stimme erinnernden ausdrucksstarken Melodien leicht erkennbar: „Sie vermag gleichsam zu lachen und zu weinen“, sagen Musikfreunde und schreiben ihr eine „hohe Emotionalität“ zu. Sie sei eine Weltsprache der Seele und trage eine spirituelle Botschaft von Frieden, vom Schalom, in die Welt. Klezmer-Musik könne zum friedlichen Miteinander der Menschen beitragen.

„Jede Volksmusik ist schön, aber von der jüdischen muss ich sagen, sie ist einzigartig! Sie ist so facettenreich, kann fröhlich erscheinen und in Wirklichkeit tief tragisch sein. Fast immer ist es ein Lachen durch Tränen“, so beschrieb der russische Komponist und Pianist Dmitrij Schostakowitsch (1906-1975) den Klezmer.

Das Ensemble KLEZMER CHAI besteht aus sieben Musikerinnen und Musikern. Sie studierten alle Musik und fanden vor mehr als zwei Jahrzehnten in der Musikschule Leverkusen zusammen. Sie geben seit dieser Zeit zusammen immer wieder Konzerte und haben inzwischen vier CD’s aufgenommen. Sie spielen traditionelle jiddische und chassidische Lieder, Medlodien aus der jüdischen Liturgie, aus dem New York der 20er Jahre sowie Neukompositionen.

Der Eintritt beträgt 12 Euro. Im Vorverkauf sind die Karten im Museum und bei Bücher-Flender, Färberstraße, für 10 Euro erhältlich.

Zu Rückfragen: Dr. Ingrid Leopold, ingridleopold@t-online.de, Telefon 02734 1598

Sonderführung am 6. Januar

durch die Carl Jung-Dörfler Ausstellung „DER MALER UND DIE ÄRZTIN“

Die  aktuelle Gedächtnisausstellung an den Maler Carl Jung-Dörfler im Freudenberger  4Fachwerk-Mittendrin-Museum findet großen Zuspruch. Vor diesem Hintergrund bietet der Museumsverein eine zusätzliche Führung an: Dr. Ingrid Leopold wird Werk, Wirken und Schicksal des Künstlers bei einem Rundgang durch die Präsentation am 

Samstag, 6. Januar 2018, ab 15:00 Uhr, erläutern.

Die Finissage findet am Sonntag, 14. Januar 2018, um 15:00 Uhr statt. Der Eintritt beträgt jeweils 3 Euro.

Ebenfalls als Rahmenprogramm zur Ausstellung wird zu einem Konzert mit Klezmer-Musik am Freitag, den 5. Januar 2017 um, 19:00 Uhr in dir Evangelische Kirche eingeladen. Hier beträgt der Eintritt 12 Euro, im Vorverkauf 10 Euro (Bücher-Flender und Museum).

Ein bewegender Hör-Abend

Lesung im Rahmen der Carl-Jung-Dörfler-Ausstellung

Das 4Fachwerk-Mittendrin-Museum hatte im Rahmenprogramm zur gegenwärtigen Ausstellung mit Werken von Car Jung-Dörfler zu einer Lesung eingeladen. Dr. Ingrid Leopold und Volker Bunse brachten mit packenden Textpassagen den Zuhörern die Lebenswege des in Obersdorf geborenen Künstlers und seiner Frau Hedwig Danielewicz nahe.


Dörfler, der bis zu seinem 29. Lebensjahr im Siegerländer Bergbau gearbeitet hatte und sich erst dann in Düsseldorf seiner wirklichen Passion, dem Malen und Zeichnen, intensiv widmen konnte, traf hier die Ärztin Hedwig Danielewicz. Sie war eine der ersten Frauen in Deutschland, die Medizin studieren und diesen Beruf auch ausüben konnte. Der frühe Tod des Malers (1927) und die Ermordung der Ärztin nach ihrer Deportation nach Minsk (1941) stehen schicksalhaft am Ende der Lebensgeschichte.
Volker Bunse, der am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium in Siegen Deutsch und Philosophie unterrichtet, wie Dr. Ingrid Leopold, die die Ausstellung konzipiert hatte, trugen in beeindruckender Weise die von Dörfler und Danielewicz selbst verfassten Worte oder Berichte über sie vor. Dem Medizinhistoriker Professor Dr. Paul Ulrich Unschuld ist mit seinem Buch „Die Ärztin und der Maler“ die umfassende Materialsammlung zu verdanken.

Leopold und Bunse zeichneten damit den Lebensweg, aber auch die damaligen politischen und gesellschaftlichen Zeitumstände nach. Die Dramaturgie wurde dadurch bestärkt, dass immer wieder auf künstlerische Werke aus der jeweiligen Schaffensperiode Dörflers verwiesen werden konnte, die den visuellen Rahmen der Lesung bildeten. Diese Kombination von Hören und Sehen fand offensichtlich die ausgesprochen positive Wertschätzung der vielen Gäste, die beiden Vortragenden mit langem Beifall dankten.

Lesung anlässlich der Carl Jung-Dörfler-Ausstellung

Die Lebensgesichte des Malers und seiner jüdischen Frau

Lesung am Dienstag, 5. Dezember 2017 um 19:00 Uhr

„Im Museum“ betitelte der Maler Carl Jung-Dörfler eine kleine Zeichnung im Jahr 1915, in der er sich selbst und seine Frau Frau Hedwig Danielewicz abbildete. Nicht nur diese Grafik ist gegenwärtig im 4Fachwerkmuseum zu sehen, sondern auch die Lebensgeschichte der beiden wird jetzt im Museum zu hören sein: Dr. Ingrid Leopold, die die gegenwärtige Ausstellung im 4Fachwerk-Museum zusammenstellte, und Volker Bunse laden zu einer gemeinsamen Lesung ein.

Eine Werkschau des Malers Carl Jung-Dörfler ist gegenwärtig im Freudenberger 4Fachwerk-Museum zu sehen.
Eine Werkschau des Malers Carl Jung-Dörfler ist gegenwärtig im Freudenberger 4Fachwerk-Museum zu sehen.

Der 1943 geborene Medizinhistoriker Professor Dr. Paul Ulrich Unschuld setzte mit seinem 1994 erstmals erschienenen Buch „Die Ärztin und der Maler“ Hedwig Danielewicz und Carl Jung-Dörfler ein literarisches Denkmal. In dem „real-historischen Drama“ dokumentiert sich mit den Lebensgeschichten der beiden so unterschiedlichen Ehepartner ein Stück deutsche Zeitgeschichte des späten 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Doppelbiografie reicht weit über die beteiligten Akteure hinaus. Die tragischen und bewegenden Einzelschicksale stehen im Kontext gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen dieser Zeit. Nur elf Jahre waren der Maler und die Ärztin verheiratet, er starb 1927 im Alter von nur 48 Jahren. Vierzehn Jahre später wurde die jüdisch stämmige Hedwig Danielewicz, die zum katholischen Glauben konvertiert war, nach Minsk deportiert, wo sie umgekommen ist.

Aus diesem Buch werden Dr. Ingrid Leopold und Volker Bunse die entscheidenden Abschnitte zum Verständnis der Lebensgeschichte herausgreifen. Die Lesung beginnt am Dienstag, 5. Dezember 2017 um 19:00 Uhr, der Eintritt beträgt 5 Euro.

Dr. Ingrid Leopold stellte die aktuelle Jung-Dörfler-Ausstellung zusammen und wird gemeinsam mit Volker Bunse aus dem Buch „Die Ärztin und der Maler“ lesen.
Dr. Ingrid Leopold stellte die aktuelle Jung-Dörfler-Ausstellung zusammen und wird gemeinsam mit Volker Bunse aus dem Buch „Die Ärztin und der Maler“ lesen.

Hedwig Danielewicz sah es dann als eine Lebensaufgabe an, dass die Kunstwerke ihres verstorbenen Mannes ausgestellt wie aber auch gesichert wurden. So haben letztlich viele Gemälde und Blätter den Weg in dessen Heimat gefunden, wo sie im Fundus des Museums in Wilnsdorf einen sicheren Aufbewahrungsort bekamen.
Durch die nun in Freudenberg zu sehende umfassende Werkschau bietet Dr. Ingrid Leopold am Sonntag, 17. Dezember 2017 um 15:00 Uhr zudem eine Sonderführung an.

Für die Ausstellung neu gerahmt: „Im Museum“, Selbstportrait von Carl Jung-Dörfler und seiner Frau Hedwig Danielewicz aus dem Jahr 1915.
Für die Ausstellung neu gerahmt: „Im Museum“, Selbstportrait von Carl Jung-Dörfler und seiner Frau Hedwig Danielewicz aus dem Jahr 1915.