Archiv der Kategorie: Aktuelles

Künstlerische Neugierde und Schaffenskraft

Ursel Decker präsentiert ihre Werke im 4Fachwerk-Museum

Das Kunstforum im Freudenberger 4Fachwerk-Museum „gehört“ in den nächsten Wochen der Netphener Künstlerin Ursel Decker. Sie zeigt Grafiken und Mischtechnik-Exponate, die in den zurückliegenden zehn Jahren entstanden sind.

Ursel Decker erblickte 1945 in Wilnsdorf-Anzhausen das Licht der Welt, wuchs in Siegen auf, war später bei einem Siegener Geldinstitut tätig. Aber: Dazwischen und danach spielte Kunst die große Rolle. Schon zu Schulzeiten hieß von Ursel, sie könne gut zeichnen. Sie besuchte also die Fachschule für Malen und Zeichnen in Siegen, ließ sich von Theo Meier-Lippe wie Siegfried Vogt inspirieren und ausbilden und war bald zu zahlreichen Ausstellungen eingeladen. 1991 nahm sich Ursel Decker eine künstlerische Auszeit, 2003 startete der Neubeginn mit Studien an der Universität Siegen, ihre gewählten Schwerpunkte „Grafik und Zeichnung“. Ursel Decker gehört heute dem Siegener Kunstverein an, ist seit 2016 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Westfalen e.V. sowie im Künstlerbund Südwestfalen. In inzwischen zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen fanden ihre Werke großen Zuspruch. Aber auch andere für Kunst zu begeistern, ist ihr ein Anliegen. Als Kursleiterin im Kreisklinikum half sie psychisch Erkrankten durch Malen eine Ausdrucksform zu finden oder Migranten, über die Kunst eine Brücke zur Integration zu bauen. Zur Umsetzung ihrer karikierenden Zeichnungen bevorzugt Ursel Decker Lithografie, Radierung und Mischtechniken. Ihre beliebtesten Themen sind der Mensch und seine Umwelt. Deshalb steht die Zeichnung im Mittelpunkt ihres Schaffens.

Die Ursel-Decker-Ausstellung wird am Freitag, 17. Januar 2020 um 19:00 Uhr im 4Fachwerk-Museum eröffnet. Ihr Künstlerkollege Kurt Wiesner, der zurzeit selbst mit der Ausstellung „geritzt, geätzt, geschnitten und gedruckt“ im Siegener Oberen Schloss vertreten ist, wird in einem „Künstler-Dialog“ Ursel Decker Wissenswertes zu Leben und Wirken entlocken. Und wenn dann „geschwätzt“ ist, kann 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel die von Michael Müller kuratierte Ausstellung eröffnen. Die Vernissage wird von Jan Backhaus (Querflöte) musikalisch umrahmt.

Die Werke sind bis zum 1. März 2020 in Freudenberg zu sehen.

Uhren – Zeitzeugen von Technik und Geschichte

Vortragsabend mit Ian D. Fowler
Donnerstag, 14. November 2019, 18:30 Uhr

Das 4Fachwerk-Mittendrin-Museum beherbergt in seinem Dachgeschoss eine umfangreiche Sammlung der berühmten Stahlschmidt-Uhren.

Johann Peter Stahlschmidt (18. 07. 1751- 6. 10. 1833) aus Plittershagen gilt als Begründer der Freudenberger Uhrmacherkunst. Nach seiner Gesellprüfung 1777 begab sich Stahlschmidt auf die bei den Handwerkern übliche Wanderschaft. 1781, kehrte er nach Freudenberg zurück und legte im August 1785 seine Meisterprüfung ab.

Stahlschmidt baute 1798 die „komplizierteste erhaltene Siegerländer Uhr“, die heute noch im Freudenberger Museum zu bewundern ist. Sie zeigt durch zwei Zifferblätter die Zeit gleichzeitig in zwei Räumen an und ist deshalb unter dem Begriff „Janusuhr“ bekannt. Sie stand der Überlieferung nach in seinem Haus und galt offensichtlich als Normaluhr im Flecken, nach der also die Zeit der anderen Uhren eingestellt wurde. Die Uhr zeigt das Datum und die Mondphase an. Der Uhrenmeister blieb bis in sein 76. Lebensjahr seinem Handwerk treu, 1827 übergab er das Geschäft an seinen Sohn Tillmann Stahlschmidt.

2018 konnten sich die 4Fachwerk-Aktiven über den Neuzugang einer Stahlschmidt-Uhr freuen. Sie stammte aus dem Haus des Freudenberger Arztes Dr. Jacob Utsch (1824-1901) und blieb im Familienbesitz. Letzte Eigentümerin war Dr. Gudrun Leitner aus Garmisch-Patenkirchen, die schon zu Lebzeiten die Schenkung an das Museum verfügt hatte. Die Neuerwerbung, datiert 1829, wurde von Tillmann Stahlschmidt gefertigt. Das Werk wird mit älteren Werken von seinem Vater Johann Peter Stahlschmidt verglichen, inbesonders mit dem Werk der doppelseitigen Uhr von 1798, die neulich wieder überholt wurde.

Uhrenhistoriker Ian D. Fowler wird also diesmal mehr über die Technik der Stahlschmidt-Uhren referieren: Die eigentliche, handwerkliche Arbeit der Uhrmacher steckt hinter Zifferblatt und Gehäuse, so dass man es nur schemenhaft durch die kleinen seitlichen Glastürchen betrachten kann. Um die Kunstfertigkeit der Freudenberger Uhrmacher zu demonstrieren werden auch Vergleiche mit Werken anderer zeitgenössischer Uhrmacher vorgenommen. Obwohl man bis jetzt nicht weiß, wer die Gehäuse für diese Uhren baute, werden Bilder der verschiedenen Typen gezeigt.

Hermann Kuhmichel – Leben und Werk

4Fachwerk-Museum erinnert an bedeutenden Siegerländer Künstler

Das Freudenberger 4Fachwerk-Museum setzt seine Reihe „Erinnerungen an Siegerländer Künstler“ mit einer Präsentation zu Leben und Werk von Hermann Kuhmichel (1898 – 1965) fort.

Die Ausstellung wird am Freitag, 8. November 2019, 19:00 Uhr mit einführenden Worten von Dr. Ingrid Leopold eröffnet. Für die musikalische Umrahmung werden Daniela Hofer (Querflöte) und Thomas Höfer (Gitarre) sorgen. Die Kuhmichel-Exponate sind bis zum 12. Januar 2020 in der Freudenberger Altstadt zu sehen.

Große Schaffensvielfalt

Hermann Kuhmichel war ein hoch talentierter Künstler mit einer überaus vielfältigen Schaffenspalette. Von ihm entstanden Eisengussplatten und -skulpturen, Steinskulpturen und -reliefs, solche aus Holz und Metall, Wandputzbilder (Sgraffitos), Glasmalereien, Monotypien, Holzschnitte, Kohlezeichnungen oder sogar Wandteppiche.

Als „karg, kantig jedem überflüssigen Gerede abgeneigt, auf das Wesentliche konzentriert,“ beschreiben ihn Zeitzeugen. Er sei Künstler gewesen, der von tiefer Religiosität geprägt war. „Mein Vorbild sind die einfachen Leute, die sich mit dem Christentum wirklich ‚abschleppen‘“, wird er zitiert. Vielen hart arbeitenden Menschen habe er ein Denkmal gesetzt. Als Hermann Kuhmichel am 21. September 1965 stirbt, gilt er als anerkannter und großer Siegerländer Künstler.

Erst der Forst, dann die Kunst

Sein Lebensweg lässt zunächst die künstlerische Laufbahn nicht erkennen. Als Hermann am 4. März 1898 in Eiserfeld das Licht der Welt erblickte, war das achte Kind von Ferdinand und Katharina Kuhmichel. Der Vater (1859-1934) von Beruf Bergmann, machte sich später als kapitalkräftiger Gewerke einen Namen, gründete eine Sprengstofffabrik in Würgendorf und nahm 1920 die seit 1844 bestehende Peterzeche erneut in Betrieb.

Nach seiner schulischen Ausbildung an der Rektoratsschule in Weidenau (heute FJM) und dem „Einjährigen“ in Plettenberg, beginnt Hermann Kuhmichel eine Forstlehre, wird aber 18-jährig 1916 während des I. Weltkrieges als Frontsoldat einberufen. Sein Lazarettaufenthalt aufgrund einer schweren Verwundung endet erst 1920.

Den Forsten widmet er sich nun wieder, wird Forstlehrer und nimmt dann bis 1926 eine Stellung als Gutsverwalter in Meißen an.

Aber die Lungenkrankheit plagt ihn zunehmend, seine Arbeitsstelle muss er aufgeben. Es sind die Jahre der „Weimarer Republik“, in denen er sich 1927 zu einer beruflichen Neuorientierung entschließt.

Studium und Bildungsreise

„Wo immer es ging, knetete der Figuren aus Lehm,“ wird von Hermann Kuhmichel berichtet. Er will sich jetzt voll und ganz der Kunst widmen und der Mönchen-Gladbacher Bildhauer Hein Minkenberg, selbst ein Barlach-Schüler, wird einer seiner Wegbereiter. Minkenberg übernahm 1928 die Professur für Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule in Aachen. 1934 wurde er wie alle Dozenten und Schüler auf Grund der Schließung der Kunstgewerbeschule entlassen, da die nun regierenden National-sozialisten deren Kunst als „entartet“ bewerteten.  

Die Werkkunstschule in Köln wie die Kunstakademie Düsseldorf sind weitere Stationen auf dem künstlerischen Ausbildungsweg von Kuhmichel.  Dazu gehört ebenso eine Studienreise, die ihn gemeinsam mit dem Arbeiterdichter Heinrich Lersch nach Italien führt. Lersch (1889 – 1936) wird 1933 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und erhält 1935 den Rheinischen Literaturpreis.

Ab 1929 mit Atelier in Siegen

Sein erstes Atelier richtet sich Hermann Kuhmichel 1928 in Köln ein. Er bezeichnet sich selbst als „Barlach-Schüler der zweiten Generation“. Doch schon 1929 ruft „die Heimat“ ihn in der Person von Dr. Hans Kruse, dem Direktor des Siegerlandmuseums, zurück. Sein neues Atelier entsteht in einem stillgelegten Fabrikgebäude in der Siegener Flurenwende. Er freut sich über erste Großaufträge und heiratet 1931 die Düsseldorferin Elisabeth Kind (08.03.1899 – 27.07.1969).

Gratwanderung in NS-Zeit

Die NS-Zeit wird für Hermann Kuhmichel zur existenziellen Herausforderung, eine Gratwanderung zwischen Anerkennung und Diffamierung seiner Arbeiten. Einerseits sind dort zahlreiche staatliche Aufträge für den freischaffenden Künstler oder auch die ihm anvertraute Gestaltung der Kassetten für die Ehrenbürgerbriefe der Stadt Siegen an Reichspräsident Hindenburg und Reichskanzler Hitler.  „Er musste eine vierköpfige Familie ernähren und hat den Kopf eingezogen“, heißt es über ihn. Andererseits werden 1937 im Rahmen Im Rahmen der Reichskulturkammer-Aktion „Entartete Kunst“ seine Holzschnitte „Untersuchung“ und „ausgesperrt“, sowie die Holzskulptur „Meine Eltern“ beschlagnahmt. Seine sozial-kritischen und christlich-religiösen Motive wie auch sein Briefwechsel mit Maxim Gorki wurden ihm vorgeworfen. Dem russischen Dichter war er in einer Lungenheilanstalt begegnet. Ein angedrohtes Ausstellungs- und Schaffensverbot kam durch Fürsprache seines Förderers Dr. Hans Kruse nicht zum Tragen.

Nach 1949 Neuanfang in Siegen

Erneut wird Hermann Kuhmischel 1939/40 als Soldat einberufen. Seine Kriegsgefangenschaft endet 1945. Sein Atelier und die Wohnung findet er zerstört vor und stemmt einen weiteren Neuanfang. Der Umzug in das eigene Haus und Atelier 1953 am Weidenauer Schneppenberg versinnbildlicht diese Phase erneuerter Kreativität und Schaffenskraft.  Diese beschert ihm bald hohe künstlerische Anerkennung und viele seiner Werke kommen beim Wiederaufbau als „Kunst am Bau“ zum Tragen. Überall im Siegerland sind seine Exponate zu finden. Als Künstler wie Leiter von Kunstkursen darf er sich der Wertschätzung erfreuen.

Für Kunst begeistern

Bis zu seinem Tod fand Hermann Kuhmichel nach einem Bericht von Michael Thon (März 2014) besondere Freude daran, einmal in der Woche Auszubildenden und Mitarbeitern der Firma SIEMAG in Dahlbruch künstlerisch zu unterrichten Zur „Gruppe Kuhmichel“, die sich mit  zahlreichen Kunsttechniken beschäftigte, gehörte übrigens auch Rolf Stein. Er ist der Kunst treu geblieben und Exponate von ihm werden in einer weiteren 4Fachwerk-Ausstellung ab dem 7. März in Freudenberg präsentiert (Gemeinschaftsausstellung Heike Paul und Rolf Stein: „Farbräume zu Metallglanz“, Malerei, Skulpturen, Reliefs). „Wir freuen uns, dass dieser künstlerische Brückenschlag in die Gegenwart gelingen konnte“, so Dieter Siebel, Vorsitzender des Freudenberger Museumsvereins.

550 Jahre Asdorfer Weiher – Eröffnung und Sonderführungen

Interessante Exponate zu „550 Jahre Asdorfer Weiher“ im 4Fachwerk-Museum zu sehen

Am vergangenen Freitag ist die heimat-historische Ausstellung über eine der ältesten noch erhaltenen Talsperren in Deutschland mit einem kleinen Symposion eröffnet worden. Der Freudenberger Rathaus-Saal war für den Vortrag von Gottfried Theis bis auf den letzten Platz gefüllt. Spannend wie unterhaltsam führte der Kurator der Ausstellung durch die Geschichte des Weihers im Asdorftal an der Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. 

Mit viel Beifall dankte das Publikum seinen Ausführungen. Dank und Anerkennung für die historische Forschungsarbeit brachte auch Bürgermeisterin Nicole Reschke zum Ausdruck – und erinnerte an zahlreiche persönliche Erlebnisse, die sie mit dem Asdorfer Weiher verbindet.

An folgenden Tagen wird Gottfried Theis nun persönlich durch die Ausstellung führen und Auskunft zu vielen Details der präsentierten Exponate geben können. Dazu lädt der 4Fachwerk-Museumsverein herzlich ein.
 
Sonntag, 06.10.2019 15.00 Uhr, Sonderführung
Sonntag, 13.10.2019 15.00 Uhr, Sonderführung
Samstag, 19.10.2019 15.00 Uhr, Sonderführung
Sonntag, 03.11.2019 15.00 Uhr, Finissage
 

Nicht nur die historischen Unterlagen sind in der Ausstellung zu sehen. Kurator Gottfried Theis besorgte vielfältigstes Anschaungsmaterial, um Kartographie, Verkehrswege, Flora und Fauna, Stromerzeugung und nicht zuletzt um die Industriegeschichte, die sich mit dem Bauwerk verbindet, zu dokumentieren.
Die Ausstellung im 4Fachwerk-Museum, Mittelstraße 4-6, ist bis zum 3. November 2019 zu sehen. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Sonderführungen sind auf Anfrage möglich.
 

Singen in mitten einer Ausstellung

Gemeinsames Musizieren im 4Fachwerk-Museum

Die vielen Besucher im 4Fachwerk-Museum erlebten ein zweigeteiltes Konzert. Am Beginn standen Solo-Vorträge der in Freudenberg lebenden belgischen Sopranistin Irene Carpentier.
So traf ihr musikalischer Vortrag „Im Abendrot“, von Franz Schubert 1825 komponiert, genau die sommerabendliche Stimmung. „Wenn das Rot, das in der Wolke blickt, in mein stilles Fenster sinkt!“, heißt es in dem Text. Eine passende Beschreibung der Atmosphäre im 4Fachwerk-Museum, durch dessen viele Sprossenfenster letzte Sonnenstrahlen auf ein begeistertes Publikum trafen.
Dr. Ingrid Leopold, 4Fachwerk-Vize-Vorsitzende hatte die Gäste zum doppelten Kunstgenuss begrüßt: Singen inmitten einer Ausstellung.

Sie wurden durch eine hervorragende Solo-Sängerin unterhalten, die zum Beispiel „Sonntag“ von Johannes Brahms in unvergesslicher Weise darbot und zugleich durch ein professionell angeleitetes Mitsingen den Erfolg des Abends sicherte. Bekannte Lieder wie „Wer recht in Freuden wandern will“, „Wohlauf in Gottes schöne Welt“, „Im schönen Wiesengrunde“, wie auch stillere Motive in „Abend wird es wieder“ oder der Kanon „Abendstille überall“ und „Dona nobis pacem“ wurden von den mitsingenden Gästen leidenschaftlich aufgenommen.

„Es war ein bewegender und ganz besonderer Abend“, äußerten sich Museums-Gäste am Schluss. Mit „Das Veilchen“, ein nachdenkliches Goethe-Gedicht von 1774, das Mozart 1785 vertonte, bildete den mit viel Beifall bedachten Schlusspunkt der gefragten Konzertsängerin Irene Carpentier, die selbst am Klavier den gemeinsamen Gesang begleitete.

Breite schöpferische Vielfalt präsentiert

Große Besucherschar bei der Ausstellungs-Eröffnung von Elisabeth Mangelsdorf und Tzveta Grebe

Kunst und Kultur umfassend zu erleben, war der Wunsch der 4Fachwerk-Museums-Akteure. So waren nicht nur Kunstwerke zu sehen, sondern auch ein Kunstgenuss zu hören. Gesangsbeiträge der Sopranistin Irene Carpentier führten nach der Begrüßung durch Dieter Siebel in den Abend ein. Sie interpretierte den Goethe-Text „Ich ging im Walde so für mich hin“, der mit der Strophe endet: „ Und pflanzt es wieder/Am stillen Ort/ Nun zweigt es immer/Und blüht so fort.
Ja, dass was Elisabeth Mangelsdorf und Tzveta Grebe im Stillen in ihren Ateliers erschafften, blüht in den dem kleinen, aber feinen Museum im Alten Flecken in der Tat auf. Dr. Ingrid Leopold sprach in ihrer Einleitung von „hochbegabten multitalentierten Künstlerinnen“ und stellte deren Lebensweg und die Fortentwicklung ihrer schöpferischen Werke im Detail vor.

Elisabeth Mangelsdorf, in Hanau geboren, habe als Kind schon viel gezeichnet und ihre Mitschülerinnen portraitiert. Der Krieg vernichtete jedoch alle Pläne, sich ernsthaft mit „Schönen Künsten“ zu beschäftigen. Am Anfang ihres späteren künstlerischen Weges stand das Hobby, für ihre kleine Tochter eine Puppe zu basteln. Sie stellte kleine Wesen her, die aber auch den Älteren gefielen: „Bald konnte sie kaum den Aufträgen nachkommen, Puppen nach Wunsch für Erwachsene zu fertigen. Oft musste sie Personen in Miniaturausgabe nachbilden oder sie in ihren Berufen darstellen. Das Puppenmachen wurde zur ernsthaften Profession.“
Heute begegnen wir Elisabeth Mangelsdorf als Schafferin ausdrucksstarker Skulpturen. Sie folgte irgendwann dem dringenden Wunsch, sich zur Bildhauerkunst hin zu verändern. Sie verwirklichte ihren Traum, besuchte u. a. die Schule für Gestaltung in Siegen, begann zu töpfern und Steine zu bearbeiten. Über Jahre hält sie Kontakt zu der Künstlerinnengemeinschaft „SKULPTURA 17“ von acht Bildhauerinnen, die sich seit 1992 wöchentlich trifft, um gemeinsam zu werkeln und Exponate naturalistischer oder abstrakter Art zu schaffen. Für ihre Büste des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker erhielt sie höchstes Lob.

Tzveta Grebe erblickte das Licht der Welt in Levski/Bulgarien. Nach der Oberschule für „Schöne Künste“ in Sofia mit Abiturabschluss „Kunstmalerin“ studierte sie an der Akademie für „Bildende Kunst“ in Sofia. Ihr Studium beendete sie mit dem Magisterdiplom. Seit 1998 lebt sie in Deutschland und zum Beginn ihrer Kariere hier zählte 2001 der erste Preis beim IHK-Künstlerwettbewerb zum Thema „Gesichter“.  121 Künstlerinnen und Künstlern hatten 210 Arbeiten eingereicht und Tzveta Grebe, die heute in Kreuztal lebt, durfte sich über den Erfolg mit ihrem Webbild „Selbstportrait als Sechsjährige in der ersten Klasse“ freuen.
Im März 2006 erging an sie anlässlich des Jubiläums „550 Jahre Stadtrechte Freudenberg“ die Einladung, im Stadtmuseum ihre Federstrichzeichnungen mit Motiven aus dem Flecken zu zeigen.
Die Bandbreite des Wirkens von Tzveta Grebe reicht also von ausdruckstarken Bleistift-Zeichnungen, Federstrich-Darstellungen über ganz außergewöhnliche Web-Portraits bis hin zur „Kunst am Bau“. In dem sie Fassaden, Stromkästen und Trafohäuschen überwiegend mit Siegerländer Motiven ein anderes Aussehen gibt, trägt sie künstlerisch dazu bei, Straßen- und Stadtbilder zu verschönen.
Ein solches exemplarisches Werk finden die Besucher neben der Eingangstür des Museums.

Die Betrachter werden viel Freude haben, aber auch Zeit brauchen, die vielfältigen und facettenreichen Arbeiten auf sich wirken zu lassen. Das Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ beschloss dann auch musikalisch die Vernissage – und alle Gäste sangen gemeinsam mit Irene Carpentier kräftig mit. Viele nutzten zudem anschließend die Gelegenheit, sich mit beiden Künstlerinnen eingehend auszutauschen

Die Ausstellung ist bis zum 15. September 2019 zu sehen. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Das Haus ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind auf Anfrage möglich.